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Das geheime Lächeln

Ein Roman von Bettina Storks

Das verrät der Klappentext:

Als die Journalistin Emilia Lukin bei einer Auktion das Gemälde einer jungen Frau entdeckt, meint sie in ihr eigenes Spiegelbild zu blicken. Kann es sich um ihre Großmutter Sophie handeln? Um deren extravagantes Künstlerleben im Paris der 1930er-Jahre ranken sich wilde Gerüchte, Emilias Mutter Pauline aber hüllt sich in Schweigen. Emilia lässt das traurige Lächeln auf dem Porträt nicht mehr los, und so folgt sie dessen Spuren in die Provence und nach Paris. Dabei gerät sie tief in die Geschichte einer leidenschaftlichen Frau, deren Leben auf geheimnisvolle Weise mit ihrem verknüpft ist.

 

Er hatte in all den Jahren Sophies Haus konsverviert, als lebte sie noch, um einer Illusion Raum zu geben. Als sei sie nie von ihm gegangen. Im Grunde genommen war er im tiefsten Herzen ein Kind geblieben, eines, das nicht loslassen konnte. Er hatte zu viel in seine Leben verloren. Hier in diesem menschenleren Haus Haus, das so viele Erinnerungen barg, sp¨ürte er Sophies Abwesenheit wie einen Phantomschmerz am eigenen Leib. Sein Unvermögen, sie gehen zu lassen.

 

Die Geschichte und meine Meinung:

Emilia Lukin lebt in Baden Baden in einem wunderschönen Landhaus und arbeitet als selbstständige Journalistin. Man könnte von aussen betrachtet meinen, dass sie ein perfektes Leben führe. Doch dem ist nicht so; Emilias Mutter Pauline lebt in einem Heim und ist angeblich psychisch angeschlagen, sie scheint in der Vergangenheit zu leben. Auch ihre Ehe ist angeschlagen, nach einem Fehltritt ihres Mannes Vladi gehen die beiden zwar mit grösstem Respekt aber eben auch mit geraumer Distanz miteinander um - das ganze kleiden sie in freundliche Floskeln. Nur mit ihren beiden Kindern Leo und Mischa scheint Emilia Glück zu haben, die beiden Söhne verfolgen ambitionierte Ausbildungen.

 

Emilia sinnierte über Henris letzten Satz. Vermochte es die Sprache, uns zu schützen? Bildete sie nicht eine gefährliche Waffe? Auf der anderen Seite Trost? Sie war auch ein Werkzeug der Wahrheit...

 

Ein Auftrag macht Emilia auf das jenes Gemälde besagter Auktion aufmerksam. Entschlossen mehr darüber zu erfahren, fährt die Journalistin ins Elsass und ersteigert das Bild. Und obwohl sie nun im Besitz des guten Stückes ist, lassen sie die Fragen nicht los - im Gegenteil; sie vermehren sich. Emilia beschliesst in die Provence nach Luberon zu fahren, um mehr über ihre Grossmutter herauszufinden - und um Abstand zu ihrem Ehemann zu gewinnen.

 

Die Provence erwartet Emilia aber nicht nur mit seiner Sonnenseite, verschiedene Fährten locken die Journalistin nach Paris und nach Dieulefit, ein Ort, wo zu Kriegszeiten einst Juden versteckt wurden - der Ort des Schweigens. Trotz den vielen Barrikaden und Geheimnissen sowie ausgeklügelten Lügengeschichten findet Emilia Antworten, eine brisanter als die nächste und langsam kann sie sich ein Bild von der wahren Geschichte ihrer Grossmutter und somit auch jener ihrer Mutter und ihr selbst machen.

 

Alles hat seine Zeit. Der Schmerz. Das Leid. Das Glück. Das Loslassen. Das Ringen um Wahrheit. Das Aufarbeiten.

Wir müssen uns nur auf unseren inneren Kompass vertrauen.

 

Das Buch hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und entgegen meiner Erwartungen, war die Suche nach der Geschichte hinter dem Gemälde von Emilias Spiegelbild alles andere als trocken! Ich kann gar nicht viel mehr dazu sagen, als dass ich absolut sprachlos von der Schönheit der Geschichte, der bildhaften Schreibweise, der Pracht der Provence, der Hartnäckigkeit Emilias und nicht zu vergessen, dass ich diverse wunderschöne Textstellen gefunden haben, welche mich tief berührten.

Wenn ich eine Wertung abzugeben hätte, würde ich 11 von 10 Punkten geben. 6 von 5 Sternen. In einem Satz?

Ein Buch, dass mich nie wieder verlassen soll. Eines, dass gleichzeitig so viele Geheimnisse birgt, aber auch einige davon aufdeckt. Und vor allem eines, dass mich mit wunderbaren Zitaten bewegt hat.

 

Ich war, wie die meisten anderen, die Deinem Zauber erlagen, immer zu nachsichtig mit Dir. Du hast eine Vorstellung von mir geliebt. Eine, de Dein Ego bedient. Ich bin nicht die Frau Deiner Fantasie. Vielmehr bin ich Deine grösste Illusion.

 

PS:          Während der Ort, an welchem das Häuschen von Sophie steht - La Lumiere - nur fiktiv ist, gibt es Dieulefit tatsächlich. Und die Flüchtlingsgeschichte, von welcher im Buch berichtet wird, entspricht ebenfalls der Wahrheit. HIER findest Du einen Artikel darüber. Und HER gelangst Du zur offziellen Webseite der Autorin Bettina Storks.


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