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Stadt der Intrigen

Ein Thriller von Christina Kovac

 

Darum geht's:

Washington, D.C. – Stadt der Macht, Stadt der Intrigen. In der von Männern beherrschten Nachrichtenwelt hat es Virginia Knightly als Fernsehjournalistin bis fast nach ganz oben geschafft. Sie ist talentiert, ehrgeizig, und sie hat eine Gabe: Wenn sie ein Bild einmal vor Augen hatte, vergisst sie es nie wieder. Als ihr das Foto einer verschwundenen Frau auf den Schreibtisch gelegt wird, weiß sie, dass sie diese schon einmal gesehen hat. Nur wo? Virginia beginnt zu recherchieren. Noch ahnt sie nicht, dass sie sich in Machtspiele verwickelt, die bis in die höchsten Ränge reichen – und die auch ihr Leben bedrohen.

 

„Wenn Ihnen jemand etwas so Privates zur Verfügung stellt, das eigentlich nie für Ihre Augen bestimmt war, stellt sich vielleicht die Frage, weshalb man Ihnen diese Art von Zugang gewährt.“

 

Die Geschichte :

Dass Autorin Christina Kovac selbst jahrelang als Produzentin und Redakteurin im Nachrichtenjournalismus arbeitete, verrät die Leidenschaft, mit welcher sie die Arbeit von Virginia beschreibt. Vielleicht ist die Hauptprotagonistin auch sehr ähnlich zu der Autorin selbst. Jedenfalls ist sie eine sehr taffe, junge Frau mit Biss und Durchhaltevermögen - bis sie auf die Geschichte von Evelyn Carney stösst, welche ihr Leben scheinbar völlig aus den Fugen wirft. Eine junge Frau, die auf dem Weg zu einem abendlichen Treffen spurlos verschwand – ein Verbrechen wie es öfters geschieht - und doch ist es ihr Gesicht, dass Virginia nicht loslässt. Sie glaubt es wieder zu erkennen und dieses Stück Erinnerungsvermögen ist es, dass sie auf die richtige Spur, aber auch in grosse Gefahr bringt.

 

Virginias Ehrgeiz und Durchhaltewillen werden ihr während der Geschichte immer wieder zum Verhängnis, genauso wie ihre Vergangenheit, dem einzigen Teil des Buchs, der für mich unvollendet erscheint; Der Besuch bei ihrem schwer kranken Vater im Spital. Ein Abstecher aus der eigentlichen Geschichte, mehr eine Randerzählung und doch erklärt dies viel über Virginias Verhalten in Herzensangelegenheiten.

 

Es tut mir leid. Darf ich das sagen?“

„Du kannst sagen, was immer du willst und ich werde es dann hinnehmen, weil das eben so üblich ist.Aber was bedeutet das schon?

Es ist lange her.

Wir sind nicht mehr die Menschen, die wir einmal waren.“

 

Meine Meinung:

Stadt der Intrigen ist wunderbar. Ein Thriller, der seinen Leser in einen Strudel aus Lügen und Verwirrungen zieht, der einen auf falsche Fährten lockt und dann komplett überrascht.

Oft ahne ich sehr schnell, wer der vermeintliche Bösewicht ist – nicht so in diesem Buch. Bis fast zum Schluss, der grossen Aufklärung war ich auf dem falschen Dampfer und die Wahrheit hat mich überrascht und hat dennoch mehr Sinn ergeben, als meine ursprüngliche Prophezeiung.

 

Der Thriller hat mich in seinen Bann gezogen, Christina Kovacs Schreibstil fesselt und es ist ein rundum gelungenes Werk, welches, wie es mir nach der letzten Seite scheint, entweder einen zweiten Teil einläutet oder der Fantasie des Lesers das Ende so überlässt, so wie es sich dieser wünscht. Langsam gewöhne ich mich an offene Enden und ich kann auch dieses Buch nur weiterempfehlen, ein perfektes Werk für spannende Lesemomente.

 

„Evelyn Carney erinnerte mich nicht nur an die Arbeit, die ich selbst gern leisten wollte, sondern daran, wie sinnvoll und positiv eine Beschäftigung sein konnte, wenn sie anderen half, statt ihnen zu schaden.

Vielleicht erinnerte sie mich auch daran, wie viel Gutes ich selbst tun könnte.“

 


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