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Endlich frei

Die Biografie von Mahtob Mahmoody, der Tochter aus "Nicht ohne meine Tochter

 

Der Inhalt

Was 1985 und 1986 im Iran geschah, wissen Millionen Leser des Weltbestsellers "Nicht ohne meine Tochter". Doch mit der Rückkehr in die USA war die Geschichte der damals erst vierjährigen Mahtob noch nicht ausgestanden. Jahrelang musste sie sich vor ihrem Vater verstecken, lebte unter falschem Namen, musste ihr Schicksal vor den Schulfreundinnen verschweigen - denn die Angst vor einer erneuten Entführung war groß.

Wie geht Mahtob Mahmoody heute mit ihrer Vergangenheit um? In poetischen Bildern voller Kraft erzählt sie, wie sie sich von ihrer Angst befreite, sich mit ihrer iranischen Familie versöhnte und endlich ihr eigenes Leben lebt.

Die Geschichte einer traumatischen Kindheit, eines Lebens in Angst - und einer außergewöhnlichen Versöhnung.

 

Es sind nicht die Unterschiede, die uns trennen.

Es ist unsere Unfähitgkeit, diese Unterschiede zu erkennen, zu aktepzieren und uns darüber zu freuen.

 

Das Buch & Meine Meinung

Das Buch "Nicht ohne meine Tochter" von Betty Mahmoody hat mich fasziniert und schockiert zugleich. Wie kann sich jemand das Recht nehmen, derartig respektlos mit seiner Frau und seinem Kind umzugehen?

 

In meiner Rezension bezeichnete ich Betty Mahmoody als heldenhafte Mutter. Doch war sie das wirklich? Ich weiss aus Erfahrung, dass es Menschen gibt, die dazu neigen, bei Schilderungen ihres Erlebten zu übertreiben. Nach der Lektüre habe ich mich daher umfassend mit ähnlichen Geschichten befasst. Scheinbar ist das, was Berry und ihre Tochter im Iran erlebten, normal. Leider. Meine Zweifel - auch wenn diese sicherlich nur geirng waren! - nach dem Wahrheitsgehalt jener Erzählung sind auf ein gesundes, vorsichtiges Minimum gesunken. Wie sagen die Ami's immer: Take it with a grain of salt. Ich würde s zu deutsch als: Nimm es mit einer gesunden Portion Vorsicht übersetzen. Dies war einer der Beweggründe, auch das Buch von Bettys Tochter Mathob zu lesen. Ein weiterer Grund war meine Neugierde, wie sich das Leben der beiden Frauen nach ihrer Rückkehr in den Vereinigten Staaten gestaltete. Schliesslich lebten sie nach wie vor in Angst vor dem gewaltbereiten Familienvater. Was mich allerdings verwirrte - und noch immer wundert - ist, dass Betty damals von Mathab schrieb, wobei ihre Tochter aber Mahtob heisst. .. Wenn jemand darauf eine Antwort weiss - bitte her damit!!

 

Bis heute tut es mir im Herzen weh, wenn ich an meine Familie denke, vor allem an meine beiden Brüder. Ich hatte zumindest das Glück, Mom an meiner Seite zu wissen, die für mich kämpfte. Meine Brüder dagegen musstne dieses himmelschreinde Unrecht alleine erleiden.

 

Das Buch ist sehr gut geschrieben Mahtob berichtet sachlich und nicht wertend, was es dem Leser erlaubt, sich eine eigene Meinung über ihren Vater und die damaligen Ereignisse zu bilden. Falls man diese Freiheit überhaupt braucht, denn nach wie vor ist es für mich unvorstellbar, wie man die Rechte von Frauen dermassen mit den Füssen treten kann. Ich bewundere, wie Betty und Mathob mit der ständigen Gefahr, von Moody gefunden zu werden, umgegangen sind und ihr Leben weitergeführt haben. Das Schönste an der ganzen Story jedoch ist, dass Mahtob sich verzeihend gegenüber ihrem Vater zeigt. Sie selbst betont oft, dass sie nicht bitter und voller Hass ihm gegenüber sein wolle und ich verstehe das. Wenn man jemandem dafür vergibt, dass er einfach so ist, wie er ist - und nicht aus seiner Haut kann - dann nimmt man selbst dieses Verhalten lockerer.

 

In einer Phase meines Lebens, in der ich mich extrem hilflos fühlte, wurden meine universitären Leistungen für mich zu einem verzweilfeten Versuch, die Kontrolle zurückzugewinnen. Rückblickend sollte ich meinem Dad wohl danbar sein, denn er war der Grund dafür, dass ich mich in meine Lehrbücher vertiefte, um der Wirklichkeit zu entfliehen.

 

Mahtob hat trotz ihrer schweren Vergangenheit und einer lebensbedrohlichen Krankheit eine erfolgreiche Ausbildung zur Psychologin gemacht. Eine Ausbildung, die mich selbst sehr reizt. Ich konnte mich während der Lektüre in die Autorin hineinversetzen und fühlte mir ihr mit. Die Angst, dem Lupus zum Opfer gefallen zu sein. Die Panik, welche die Kontaktversuche ihres Vaters auslösen. Der Wille, gesund zu werden und die Freude, ein solch hilfsbereites und stabiles Umfeld zu haben. Es gibt allerdings durchaus Stellen, in denen meine nicht mit Mahtobs Meinung harmoniert - und zwar beim Glauben. Mahtob ist gläubige Christin und sie hält sehr am Glauben fest. Er scheint ihr eine gewisse Sicherheit gegeben zu haben und ich finde es schön, dass dem so ist - für mich war es allerdings schwierig nachzuvollziehen.

 

Wenn wir nach dem Grundsatz leben würden, unsere Mitmenschen so zu behandeln, wie wir behandelt werden möchten, bräuchten wir keine Religionen mehr (...) .Denn es ist ja aberwitzig, dass wir andere töten und vernichten, nur weile ihre Vorstellungen von Gott, den wir nie gesehen haben, nicht den unseren entsprechen.

 

Doch, wie ich es schon geschrieben habe, bewundere ich in diesem Buch, wie respektvoll Mathob über ihren Vater schreibt. Sie sagt durchaus, dass sie ihn niemals wiedersehen will und sie scheint ihn auch nicht zu mögen, dennoch bleibt sie stets respektvoll und ich würde auch sagen: nicht negativ wertend.

 

Die Geschichte hat mich beeindruckt und ich lege das Buch jeder/m nahe, der "Nicht ohne meine Tochter" gelesen hat oder sich generell für die Story der beiden Frauen interessiert, allerdings die brutalen Szenen nicht miterleben will.

 

Zur Rezension:


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