· 

Gelesen im Oktober

Zwischen uns ein ganzes Leben

Ein historisch-biografischer Roman von Melanie Levensohn, der einem deutlich die krassen gesellschaftlichen Gegensätze während dem Krieg vor Augen führt. Zum einen ist da die Jüdin Judith, die nach dem Einfall der Deutschen ein armseliges Leben führen muss. Wäre da nicht der charmante Christian aus reichem Hause, wäre alles wohl noch schlimmer. Doch die Liebe scheint sie beinahe zu retten - was den Leser in die Gegenwart bringt, zu der jungen Bankangestellten Bea. Diese leidet unter einer lieblosen Beziehung und einem unfreundlichen Chef.

 

Beide Frauen sind überaus sympathisch und man sieht dank dem bildhaften Schreibstil der Autorin das Geschehen aus deren Augen. Ein wirklich schönes Buch, dass den Leser mit einem angenehmen Tiefgang und spannenden Einblicken ins Leben während Krieg in seinen Bann zieht.

Endlich Frei

Die Sicht auf "Nicht ohne meine Tochter" aus der Perspektive der Tochter plus die Forsetzung zum Leben von Betty und Mahtob Mamoody nach ihrer Rückkehr aus dem Iran.

Wer glaubt, dass Bettys Bericht schon dramatisch war irrt, zwar ist es haarsträubend, was den beiden Frauen im Iran wiederfahren ist, aber mit der Angst konnten sie lange nicht abschliessen. Mahtob schreibt nicht nur darüber, sondern auch über ihren Kampf mit ihrer Krankheit, wobei sie dem Tod knapp von der Schippe sprang.

 

Das Buch ist toll.

Nicht, weil ich Leidensgeschichten mag, sondern weil ich es einfach unglaublich spannend finde, wie Mahtob mit ihrem schweren Schickssal umgegangen ist - Sie beeindruckt(e) mich zutiefst!

Tote Mädchen lügen nicht

Die Serie auf Netflix ist wohl bekannter als das Buch. Aber egal, in welchem Format die Geschichte vorliegt, sie erhitzt die Gemüter. Auch ich habe mir so meine Gedanken gemacht über die Story von Hannah, die sich Protagonist Clay in einer Nacht anhört und die davon handelt, was zu ihrem Selbstmord führte.

 

Das Buch hat mich, aus Gründen die du meiner Rezension entnehmen kannst, nicht besonders begeistert.

Aber diese Aussage wirft die Frage auf, ist dies ein Buch, das begeistern muss?

Oder eher eines, dass auf jenes sensibles Thema Selbstmord durch Mobbing aufmerksam machen soll?

Das Papiermädchen

Schon in meiner Rezension zu diesem Roman von Guillaume Musso habe ich erwähnt, dass ich niemals ein Buch misshandeln könnte. Ich bin zwar noch nie auf die Idee gekommen, dass eine Protagonistin aus dem Buch fallen könnte, aber nun, nach dieser Lektüre, ist dies eine fixe Idee in meinem Kopf. Man mag mich jetzt für verrückt halten, aber wer dieses Buch liest, der wird sich auch genauer überlegen, ob die Figuren nicht auch im wahren Leben herumwandeln könnten...  Den das ist dem Hauptprotagonisten passiert; durch einen Druckfehler ist die Figur "Billie" aus dem Roman des Autors Tom Boyd gefallen. Die Geschichte erzählt von ihrem Zusammentreffen und wie die taffe junge Frau das Leben des vewahrlosten Autors völlig auf den Kopf stellt.

 

Dieser Roman ist unglaublich authenthisch geschrieben. So, dass man sich fragt, ob der Autor genau dieses Ereignis nicht selbst erlebt hatte... Ich bin (wieder einmal) begeistert von Guillaume Mussos Schreibstil und seinen lebendigen Figuren. Mit seinen Worten erweckt er eine fiktive Welt zum Leben. Man taucht als Leser ein und will eigentlich gar nicht mehr in die Realität zurück.

Guillaume Musso zählt zu einem meiner liebsten Schriftsteller. Entdeckt habe ich ihn aber durch französische Literatur, seiner Muttersprache. Auch zu diesen Büchern habe ich Rezensionen verfasst:

Apropos Bücher in ihrer Muttersprache; mit einer guten Freundin habe ich vor kurzem darüber gesprochen, dass in vielen Büchern das authenthische verloren geht oder auch kleine Details, die in der Originalsprache jedoch vorhanden bleiben.. Bei Guillaume Musso ist mir das nicht direkt aufgefallen - Das Papiermädchen ist allerding der erste Roman von ihm, den ich in deutscher Sprache gelesen habe. Wie siehst Du das?


Kommentar schreiben

Kommentare: 5
  • #1

    Christine (Mittwoch, 31 Oktober 2018 15:39)

    Ich habe ja auch super viele Probleme mit "Tote Mädchen Lügen Nicht". Sowohl mit dem Buch, als auch mit der Serie (reden wir gar nicht erst über die zweite Staffel).
    Ganz schwieriges Thema wirklich nicht gut umgesetzt.
    Frag mich bis heute, wie darum so ein großer Hype entstehen konnte!

    Das mit der Muttersprache ist meiner Meinung nach schon manchmal so. Aber außer im Englischen, bin ich auch in keiner Sprache so gut, als dass ich ein Buch darin lesen würde...

    https://www.blog.christinepolz.com

  • #2

    Kathleen (Mittwoch, 31 Oktober 2018 19:23)

    Solche Beiträge liebe ich einfach. Da kann ich mir immer wieder neue Inspiration für gemütliche Lesestunden holen. ;)

    Ganz liebe Grüße
    Kathleen
    http://kathleensdream.de/

  • #3

    Nessa (Donnerstag, 01 November 2018 14:50)

    "Das Papiermädchen" hat mich gerade ein klein bisschen an "Tintenherz" erinnert - auch dort verlassen Charaktere ihr Buch (wenn sie in dem fall auch "heraus gelesen" werden) und müssen in unserer Welt zurecht kommen. Diese Idee hat mir damals schon sehr gefallen, deshalb werde ich "Papiermädchen" auf jeden Fall mal in der Buchhandlung anlesen :)
    Grüße
    Nessa
    https://ichdupasst.blog

  • #4

    Wonderful Fifty (Donnerstag, 01 November 2018 22:37)

    Liebe Janine, danke für die Vorstellung der Bücher – eines davon ist mir dabei gleich besonders ins Auge gestochen. Das ist „Endlich frei“, denn vor Jahren habe ich das Buch „Nicht ohne meine Tochter“ gelesen und dann auch den Film dazu gesehen. Es ist doch einfach interessant zu erfahren, wie sich das Leben der Tochter in der Folge weiterentwickelt hat und welche Auswirkung diese Ereignisse in der Kindheit auf sie gehabt hat. So landet diese Buch gleich mal auf meiner Leseliste.
    Alles Liebe Gesa
    https://www.wonderfulfifty.at

  • #5

    Lina (Freitag, 02 November 2018 13:42)

    Super, danke dir! Ich brauche dringend neuen Stoff :-D zum lesen natürlich. "Das Papiermädchen" macht mich jetzt neugierig. Sehr schöner Beitrag, ich liebe Buchvorstellungen. Vor allem im Herbst geht nichts über ein gutes Buch am Kamin.

    Liebe Grüße,
    Lina von https://www.petitchapeau.de/