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Die Beobachterin

Meine Mum sagt immer, dass sie jene Geschichten am Meisten mag, die aus dem Leben gegriffen sind. Die einen realen Aspekt haben - und mir geht es genauso. Dieser Thriller von Caroline Eriksson hat mich in der Buchhandlung deshalb angesprochen, weil es darum geht, wie sich eine Story aus einer Beobachtung ergibt. Und weil die Autorin als Personalberaterin arbeitete - momentan arbeite ich in einer Personalvermittlung und ich wollte sehen, ob der Job ihr ähnliche Fantasien beschert hat...

 

Ich wünschte, dass wir das hier nicht durchexerzieren müssten, aber an dem Schmerzhaftne führt kein weg vorbei. Nicht, wenn man wir zu einem Verhältnis zurückfinden wollen, das auf Nähe und Wahrhaftigkeit fusst.

 

Inhaltsangabe:

Elena mietet ein Häuschen in einer schwedischen Kleinstadt, um nach der Trennung von ihrem Mann von vorn anzufangen. Ihre Tage sind leer, die Wohnung verlässt sie kaum. Ablenkung findet sie einzig darin, vom Küchenfenster aus die Menschen im Haus gegenüber zu beobachten: eine ganz normale, glückliche Familie. Doch als im Nachbargebäude plötzlich seltsame Dinge geschehen, ist Elena überzeugt davon, dass hinter den verschlossenen Türen ein Geheimnis lauert. Je besessener sie ihre Nachbarn beobachtet, desto mehr fürchtet sie, dass bald etwas Schreckliches passieren wird – und trifft eine Entscheidung, die sie selbst in tödliche Gefahr bringt ...

 

An den Wänden stapeln sich Umzugskartons mit Dingen, die ich noch nicht ausgepackt habe. Überflüssige Dinge, Relikte aus einer verlorenen Zeit, die nie wiederkehren wird.

 

Die Geschichte und meine Meinung:

Ich bin noch immer überwältigt von der überraschenden Wendung, welche die Geschichte im letzten Drittel nimmt.

Man startet in die Geschichte mit einer am Boden zerstörten Elena. Man fragt sich, was zwischen ihr und ihrem (Ex)Mann Peter vorgefallen ist. Doch die einzige Antwort auf jede Frage, ist das Leben der Nachbarsfamilie Storm.

 

Das Buch schildert die ganze Geschichte aus der Sicht von Elena, des Ehemanns und der Ehefrau. Und jeder kämpft mit seinen eigenen Dämonen. Elena trauert um die gescheiterte Beziehung und projeziert ihre Sorgen auf die Leute vor ihrem Fenster; Victoria und Filip Storm. Mutter Victoria scheint ein unheilvolles Geheimnis zu bergen, Vater Filip scheint eine heisse Affäre zu haben und Sohn Leo scheint ein verstossener Einzelgänger.

Letzterer scheint begeistert davon, dass Elena nebenan wohnt - eine echte Schriftstellerin! Für ihn als Nachwuchs-Autor eine absolute Wunschvorstellung.

 

" Ich habe nichts mehr gegessen, als ich erfahren habe, dass er sich hinter meinem Rücken mit einer anderen trifft. Das war eher ein Reflex und keien bewusste Entscheidung. (...) Nach dem, was ich getan habe und eigentlich tun wollte, habe ich mich so schrecklich geschämt. "

 

Das Beobachten der Geschehnisse im Nachbarshaus inspiriert Elena zu einem neuen Buch und holt sie so aus ihrer Versenkung. Und so  schafft sie es auch endlich, ihrer Schwester das zu gestehen, was sie verfolgt. Ein schlimmer Unfall - oder war es Absicht?

 

Die Beobachterin ist eine Geschichte, von der man glaubt, man würde ihren Ausgang kennen. Aber dann ändert sich alles - scheinbar nebenbei kommt man auf den richtige Pfad und staunt schlussendlich doch über das Ende. Aber man will Elena auf die Schulter klopfen, sie hat die richtige Entscheidung getroffen.

Und nicht zu vergessen, ich habe selten ein Buch gelesen, in welchem ich so viele Zitate gefunden habe, welche mich derart ins Herz getroffen haben...

 

Ich war eine Beobachterin, eine Person die eher zuschaut als aktiv teilnimmt. Ausgangspunkt für meine Erzählungen waren Geschehnisse und Ereignisse, die ich entweder selbst mierlebt habe oder die mir zu Ohren gekommen sind.  Die Vorlagen für die Figuren in meinen vier Büchern sind allesamt Menschen aus meinem Umfeld, auch wenn das den Betroffenen nicht klar ist.


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Kommentare: 4
  • #1

    Isabella (Mittwoch, 02 Januar 2019 16:07)

    Hallo meine Liebe,
    was für ein packender Thriller- ich mag Bücher, welche eine Wendung am Ende haben, total klasse;)

    Hab einen guten Start ins neue Jahr 2019 ;)
    Liebste Grüße aus Stuttgart
    Isa
    https://label-love.eu

  • #2

    Wonderful Fifty (Donnerstag, 03 Januar 2019 14:55)

    Liebe Janine, danke für diese interessante Buchvorstellung. Bücher mit einem realistischen Hintergrund, ohne absurde Darstellungen und ohne unvorstellbare und an den Haaren herbeigezogenen Ereignissen zählen bei mir auch zu den Favoriten – ich habe schon hin und wieder ein Buch zur Seite gelegt, weil mir die Handlung entweder zu abhoben oder auch zu hanebüchen war und ich mich einfach nicht in die Geschichte einleben konnte. Wenn das Buch dann auch noch bis zum Ende spannend und der Schluss nicht wirklich vorhersehbar ist, dann ist das ganz wunderbar. Ich habe mir schon mal die Leseprobe heruntergeladen und bin sehr gespannt darauf.
    Ich wünsche dir ein ganz wunderbares neuen Jahr und alles, alles Liebe Gesa
    https://www.wonderfulfifty.at

  • #3

    Lina (Freitag, 04 Januar 2019 14:04)

    Auf ein spannendes Buch hätte ich mal wieder große Lust! Momentan lese ich gerade eins, was mich noch nicht so richtig packen will...
    Frohes Neues Jahr und möge 2019 für dich ein Fest sein!

    Liebe Grüße,
    Lina von https://www.petitchapeau.de/

  • #4

    Nessa (Sonntag, 06 Januar 2019 08:54)

    Also wenn ich Lust auf spannende Bücher habe, lese ich immer deine Rezensionen - da waren jetzt wirklich schon einige dabei, die ich mir sofort notiert habe, weil sie so vielversprechend geklungen haben. "Die Beobachterin" steht jetzt definitiv auch auf der Liste. Allein durch deine Zusammenfassung will ich unbedingt wissen, was die unerwartete Wendung ist und wie es ausgeht!
    Grüße
    Nessa
    https://ichdupasst.blog