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Im Spiegel ferner Tage

Ein Roman von Kate Riordan

Das verrät der Klappentext:

London, 1932. Als die 21-jährige Alice ungewollt schwanger wird, schickt ihre Mutter sie auf ein Gut im malerischen Gloucestershire, um den Namen der Familie zu schützen. Fasziniert von dem verwunschenen Anwesen erwacht Alices Neugierde, und sie erfährt von dem tragischen Los der einstigen Gutsherrin Elizabeth. Das Geheimnis um die schöne Frau berührt sie auf eigentümliche Weise, und Alice begibt sich auf Spurensuche. Sie entdeckt eine große Liebesgeschichte - und einen schlimmen Verrat …

 

Die Geschichte:

Im Buch geht es primär um die Geschichte der jungen Alice aus London. Sie ist eine studierte, wohlerzogene junge Frau mit einem angesehenen Bürojob - allerdings sehr zu Missgunsten ihrer Mutter. Denn diese ist davon überzeugt, dass die Rolle einer Frau in diesem Alter ist, verheiratet zu sein, eine Familie zu gründen und fortan ihr Leben als Hausfrau zu verbringen. Deswegen versucht sie auch verzweifelt ihre einzige Tochter an den Mann zu bringen. Doch Alice will nichts von Männern oder gar Hochzeit wissen. Das ändert sich schlagartig , als sie ihren neuen Mitarbeiter James kennenlernt und sich kopfüber in eine Affäre mit dem verheirateten, viel älteren Mann stürzt - resultierend darin, dass er Alice schwanger sitzen lässt.

 

"Ich glaube, ich fühlte mich deshalb so sehr von ihm angezogen, weil er so weltmännisch und erwachsen wirkte.

 Er war so ganz anders als ich selbst in meiner mädchenhaften Naivität."

 

Nachdem Alice erfolglos versuchte das Kind abzutreiben, gesteht sie ihrer Mutter die Schwangerschaft. Aus Angst vor dem vor dem Getratsche in der Stadt, schickt diese ihre Tochter zu ihrer langjährigen Freundin Edith Jelphs ins abgelegene, sagenumwobene Tal Firecombe. An dieser Stelle tritt die zweite Hauptakteurin in dieser Geschichte auf, die ehemalige Gutsherrin Elizabeth.

Dieser wird nachgesagt, eine wunderschöne Frau gewesen zu sein. Sie war verheiratet mit einem Mann, der sich jedoch nach der Hochzeit und der Geburt ihrer ersten gemeinsamen Tochter zu einem kaltblütigen Gutsherrn verwandelte. Denn er wünschte sich Nichts sehnlicher als einen Sohn zum Erbe für seinen reichen Besitz. Doch genau diesen Sohn konnte Elizabeth ihm in all den Jahren niemals bieten. Nach diversen Fehlgeburten, leidend unter dem Druck und dem Zorn ihres Ehemanns, begeht die schöne Frau mit der prachtvollen Lockenmähne zusammen mit ihrer Tochter Isabel Selbstmord.

 

"Post tenebras, lux. Dank meiner Lateinkenntnisse aus der Schule verstand ich; Nach Dunkelheit, Licht.
Was für eine merkwürdige Inschrift, nicht romantisch und auch nicht religiös."

 

Alice wusste anfangs ihrer Zeit in Firecombe nichts von Elizabeths tragischem Ende, da die Freundin ihrer Mutter - Edith Jelphs - eisernes Schweigen über die Geschiche des Tals und der ehemaligen Gutsfamilie (die sie einst betreute) wahrte und ihren Gast mit diversen Arbeiten abzulenken versuchte. Das Einzige was die junge, schwangere Frau jedoch von der düsteren Geschichte Firecombe' ablenkte war Thomas Stanton, ein ferner Verwandter Elizabeth's. Doch entgegen ihrer Hoffnungen konnte sie auch ihm keine Details entlocken - nicht bevor sich die beiden ein entscheidendes Stück näherkamen. Da Alice eine unerklärliche Verbindung zu Elizabeth fühlte und von niemandem Antworten auf all ihre Fragen bekam, begab sie sich eigenständig auf eine gefähliche und auch gespenstische Suche nach dem Hintergrund zu Edith Jelphs und Thomas' eisernem, traurigen Schweigen.

 

"Aber ich muss schreiben und schreiben, bis meine Hand lahm und wund ist, um die düsteren Gedanken abzuwehren."

 

Nachdem Alice dank eines überraschend gefundenen Tagebuchs von Elizabeth mehr über diese weiss, und unter schicksalsvollen Umständen ihren Sohn zur Welt gebracht hatte, packten Edith Jelphs und Thomas endlich aus aus; Die ergreifende Geschichte von Elizabth Stanton und dem Tal Firecombe hatte die beiden über Jahre belastet, doch nun - befreit von Altlasen - können sie damit abschliessen und einen Neustart wagen - auch zu Ehren Elizabeths.

 

Mein Fazit:

Auf den ersten Blick scheint dies nur eine weitere Erzählung mit Happy End zu sein. Trotzdem sind die Geschichten von Elizabeth und Alice auf eine einzigartige Weise miteinander verknüpft und von der Autorin spannend erzählt. Dank dem bildhaften Schreibstil von Kate Riordan kann man sich Firecombe und dessen wundervolle Umgebung perfekt vorstellen, man fühlt sich  regelrecht inmitten der Geschichte! Mir hat das Ganze sehr zugesagt und obwohl ich Dir nun mehr oder weniger den gesamten Inhalt geschildert habe, kann ich Dir nahe legen, das Buch selbst zu lesen.

 


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