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On Top of the World

Manche Feriendestinationen sind wie ein zweites Zuhause; für mich sind das Malaga in Spanien und St. Moritz in den Engadiner Bergen. Seit meiner Kindheit habe ich mit meiner Familie stets den Winterurlaub On Top of the World verbracht und so ist mir dieser Ort im Schweizer Kanton Graubünden sehr ans Herz gewachsen. Im Dezember 2016 war ich zuletzt dort und habe meinen Geburtstag gefeiert. (Hier kannst Du den Blogpost dazu lesen!) Leider hatte es dazumals noch nicht besonders viel Schnee, was mich ein wenig enttäuschte. Das aber sollte sich dieses Jahr ändern, denn meine Mama und ich waren anfangs dieses Aprils in St. Moritz, um ein paar Tage Sonnenschein, Schnee und frische Bergluft zu geniessen.

 

Tag 1: Anreise

Wir sind an einem sonnigen Mittwoch hier im Thurgau losgefahren. Wie auch beim letzten Mal mit dem Zug, was angesichts der wechselnden und unberechenbaren Wetterlage (passend zum Sprichwort: April, April, der macht was er will!) zu dieser Jahreszeit sicherer und angenehmer ist, anstelle einer Überfahrt des Julier-Pass'. Und was ich am Zugfahren besonders schätze ist die Gelegenheit stundenlang zu lesen.
(Hier findest Du die Rezension zum Buch meiner Zugfahrt!)

 

Angekommen sind wir am frühen Nachmittag und wurden schon vom Shuttle-Service erwartet, der uns schnell ins gebuchte Hotel Laudinella brachte.

Unser Zimmer war geräumig, sauber sowie mit dem Notwendigsten ausgestattet, allerdings vermissten wir den Kaffee! Als alternativen Muntermacher haben wir also einen Spaziergang ins Dorf gemacht, um einige Snacks und Wasser einzukaufen. Inzwischen hat das leicht bewölkte Wetter weiter umgeschlagen und so sind wir durch märchenhaften Schneefall zurück gewandert.

 

Den Abend haben wir dann im Hotel verbracht; mit spannenden Büchern im Bett entspannt und anschliessend unseren Hunger in der hoteleigenen Pizzeria gestillt. Was wir sehr interessant fanden und schätzten, war das breite Angebot an Speisen; das Hotel Laudinella verfügt über drei Restaurants - japanisch, thailändisch und italienisch - und egal wo man reserviert, kann man auch von den anderen Restaurants Essen bestellen. Wir blieben jedoch traditionell italienisch und orderten Pasta und Gnocci. Danach sind wir dann todmüde ins Bett gefallen - reisen und Bergluft machen müde!

 

Tag 2: Vögel füttern und eichhörnchen-verfolgung

Den nächsten Tag haben wir langsam angehen lassen. Nachdem wir ausgeschlafen haben, erkundeten wir das reichhaltige Frühstücksbüffett, wo ich das beste Crunchy-Müsli ever probierte, und haben uns danach aufgemacht, den St. Moritzer See zu umrunden.

 

Im entspannten "Schneckentempo" sind wir dahin geschlendert - der Weg ist das Ziel. Wobei wir doch ein übergeordnetes Ziel hatten; den - zumindest von uns als solchen bezeichneten - Vogelweg. Es handelt sich eigentlich um den Wanderweg nach Pontresina, aber hier kann man Vögel - und bei Glück auch Eichhörnchen - füttern. Nach einem wärmenden Tee und einer angenehmen Plauderei im Landgasthof Meierei, haben wir dann auch wirklich besagte Stelle gefunden. Die süssen Spatzen waren sehr hungrig und haben uns regelrecht attackiert! Eichhörnchen haben wir auch gesehen, Eines ist uns sogar den gesamten Weg entlang des Sees gefolgt! Leider war es kein erfahrenes Model und ein richtig gutes Foto gelang mir dann nicht... Dafür habe ich nun eine kleine Herausforderung für Dich; finde im Bild zu diesem Text das Eichhörnchen! Wer es findet, schreibe Nüsschen-Sammler in die Kommentare! ;)

 

Ich habe mich, nebenbei erwähnt, riesig gefreut, dass der See noch gefroren war! Als ich jünger war und wir stets in den Sportferien der Schule (im Januar) in St. Moritz waren, bestand ich immer darauf, das Polospiel auf dem gefrorenen See zu schauen. Dies war jedesmal ein grosses Erlebnis und ich träume noch heute davon, eines Tages auch die Möglichkeit zu haben, den weltberühmten White Turf, das Pferderennen auf dem See, zu schauen. Denn leider fand dies immer eine Woche nach meinen Schulferien statt..

 

Den Nachmittag haben wir dann auch auf dem Eis verbracht, allerdings auf dem sicheren Eisfeld. Denn obwohl der See noch mit einer Schneedecke belegt war, sollte man ihn nicht mehr betreten - es sei denn, man wolle eine Mutprobe bestehe und in das von der frühlingshaften Sonne (nicht) gewärmte Wasser (unter der zerbrechlichen Eisfläche) stürzen..

Anscheinend ist dies der St. Moritzer Frühling; bei unserem kurzen Schwatz in der Landgasthof Meierei haben wir die süssen Blumenarrangements vor dem Fenster bewundert, woraufhin uns der Kellner verschwörerisch verraten hatte, dass es sich hierbei nur um Plastik handle. In St. Moritz gäbe es so etwas wie Frühling oder Herbst nicht wirklich; da ist zum Einen der Winter und zum anderen etwa drei Monate Sommer, bevor wieder alles in weiss getaucht wird.

 

Wir kurvten also von Runde zu Runde ein wenig weniger wacklig um das Eisfeld, wobei uns die letzte verbleibende Stunde für den öffentlichen Eislauf vor dem angekündigten Hockeymatch völlig ausreichte; nach langer Schlittschuh-Abstinez schmerzten uns die Füsse! Dennoch hatten wir grossen Spass und liessen auch diesen wundervollen Tag wieder in der hoteleigenen Pizzeria ausklingen.

 

Tag 3: el Paradiso..!!!!

Den dritten Tag liessen wir ein wenig früher beginnen. Nach einem leckeren Frühstück sind wir mit der Schwebebahn zur Station Corviglia gefahren und von da aus ins berühmte Café el Paradiso geschlendert. Es war ein wunderschöner Spaziergang, allerdings haben wir die Temperatur komplett überschätzt und waren froh, uns bald erfrischen zu können. Das el Paradiso ist vorallem dank der Stars & Sternchen, welche dort einkehren und Champagner geniessen, bekannt und ebenso für die längste Cremeschnitte der Welt, welche wirklich lecker ist! Neu aber auch dank der Single von Dj Antoine; el Paradiso! - Anhören auf eigene Gefahr, den Ohrwurm wird man nicht mehr los!

 

Da wir nicht allzu fit waren, verzichteten wir auf die Champagnerflöten und genossen dafür einen köstlichen Tee und Kaffee. Dank meiner neu entdeckten Laktoseintoleranz fielen auch jegliche lecker aussehenden Backwaren weg... 

(PS; Hast Du auch eine Laktoseintoleranz? Lass mir doch gerne einige Tipps für den Umgang da, ich bin nämlich noch völlig neu in dieser "Welt" und tappe noch immer in jegliche schmerzliche (Fertigprodukte-) Falle..)

 

Dennoch, ein Aufenthalt im el Paradiso erzeugt ein spezielles Gefühl, ein paradiesisches Top of the World-Feeling vielleicht? Südländische Musik und heitere Stimmung; das el Paradiso ist nicht der günstigste Ort, aber wer sich wie ein Sternchen fühlen will oder einfach ein bisschen Promi-Luft schnappen möchte, ist hier total richtig!

 

Am Nachmittag haben wir dann auch noch einen kleinen Spaziergang durchs St.Moritzer-Dorf gemacht und die teuren Boutiquen bewundert. Natürlich darf auch ein Blick auf das berühmte Luxushotel Badrutts Palace nicht fehlen! Anders, als wie ich es bisher kannte, war es diesmal in warmen Sonnenschein getaucht und wirkte so nahe zu Saisonende hin leider schon relativ ausgestorben. Und trotzdem wünscht man sich als Nicht-Promi irgendwie stets, auch mal einen Blick hinein, hinter die Kulissen, werfen zu dürfen.

 

Shopping in St. Moritz ist immer eine Frage des Geldbeutels, unserer blieb unstrapaziert und musste nur ein bisschen Etwas für ein Buch hergeben. Als wäre es Tradition, habe ich auch diesmal wieder in der Bücherei & Papeterie Wega eine vielversprechend klingende Lektüre gekauft; Jane's Melody, eine Rezi folgt bald !

 

Bei einem heissen Tee in der Conditorei Hanselmann haben wir danach diesen sonnigen Nachmittag ausklingen lassen. Unser Dinner haben wir wiederum in der hoteleigenen Pizzeria eingenommen und danach mussten wir leider auch schon packen. Allerdings war diese Nacht alles andere als entspannt; ein Konzert hielt uns noch lange wach... Vielleicht eine Abschiedsparty für uns, von welcher wir nichts wussten? ;) Am nächsten Morgen mussten wir uns dann nämlich schmerzlich wieder von St. Moritz verabschieden und die vierstündige Zugfahrt zurück in den Thurgau auf uns nehmen.

 

So schön Ferien sind, irgendwann muss man (leider) wieder nach Hause. Aber wir freuen uns jetzt schon auf die nächsten Ferien und sind gespannt, wo es dann hingehen wird - Du als Blogleser/in wirst bestimmt davon erfahren!

 


PS: Wenn Dir dieser Artikel gefallen hat...

Dann schau Dir doch auch noch meine vorherigen Travel-Diaries an!

In der Galerie findest Du Eindrücke der jeweiligen Feriendestination und mit einem Klick aufs Bild erfährst Du mehr!


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Kommentare: 4
  • #1

    Christine (Dienstag, 17 April 2018 10:09)

    So langsam bin ich ja so was von bereit für Frühling und Sonne und Wärme. Aber bei den Fotos schlägt mein Winter-/Berherz natürlich noch mal höher.
    Ich kann dich dahingehend auch gut verstehen, wir haben nämlich als Familie auch so den ein oder anderen Traditionsort. Und obwohl ich sonst immer für Abwechslung und Neues bin, tut es wirklich gut so ein paar Orte immer mal wieder zu besuchen. :)
    Ach ja, und ich finde es ja immer wieder faszinierend, wie lange hier mancher See noch zugefroren ist... da rechnet man dann gar nicht mehr damit.

    Dankeschön für deine lieben Worte! Sowohl zu den "Gemälden", als auch zum Newsletter. Mal schauen wie das Feedback generell so ist und letztlich dürfte das ja alles nicht allzu schwer auf den Blog einzubauen zu sein. :)

    Mhm, das finde ich bei Stephen King wirklich total schwierig, weil ich sehr viele Bücher von ihm sehr mag! Ich lese ja auch echt gerne Krimis und Thriller...
    Spontan würde ich mal "Der Anschlag" oder "Die Arena" vorschlagen. Aber auch seine Klassiker wie "Friedhof der Kuscheltiere", "Brennen muss Salem" oder "Christine" habe ich sehr geliebt.
    Es gab eigentlich nur um seinen Unfall herum eine schwache Phase von ihm, ansonsten fand ich seine Bücher immer große Klasse.

    http://www.blog.christinepolz.com

  • #2

    S.Mirli (Dienstag, 17 April 2018 11:10)

    Meine liebe Janina, wie schön mit dir wiedermal unterwegs zu sein und was für eine wunderschöne Winterlandschaft, ich liebe den Winter ja wirklich und gehöre definitiv nicht zu den "ich will am liebsten immer Sommer haben Jammerern". Alleine wenn man so schöne Landschaften vor sich hat, da brauch ich keinen Strand und Palmen und nach einem langen Schneespaziergang in ein kuscheliges Restaurant einkehren oder Kaffeehaus, das ist doch das beste. Ich kann dir zur Laktoseintoleranz leider (noch) keine Tipps geben, möchte aber selbst bald einen Test machen, weil ich den Verdacht habe, dass meine Probleme auch daher kommen. Zum Glück bieten bei uns die meisten coffee shops schon laktosefreie Alternativen an, aber bei Backwaren wird es wirklich schwierig. Liebe Janine, danke für diesen wunderschönen Ausflug, ich wünsche dir eine ganz fantastische neue Woche oh und "Nüsse-Sammler", ich habe gefunden. Alles alles Liebe und eine liebe Umarmung zu dir, x S.Mirli
    http://www.mirlime.com

  • #3

    Papa (Freitag, 20 April 2018 19:31)

    Liebe Janine
    Ganz tolle Texte und ebenso schöne Bilder. Beim Lesen deiner Texte fühlt man sich, als ob man es selber erlebt hätte. Gratuliere, ich bin stolz auf dich.
    Hoffentlich bis bald!
    Dein Papa

  • #4

    Sarah Marie (Mittwoch, 10 Oktober 2018 10:28)

    Das Bündnerland ist wirklich wunderschön. Wie bist du damals darauf gekommen dort zu feiern? Ich persönlich kann dir den Cauma See in der Nähe von Flims, GR, im Sommer/Herbst total empfehlen.
    Liebe Grüsse,
    Sarah Marie von www.xoxsarahmariex.com